Mindestabstand beim Überholen - Radfahren in Landsberg soll sicherer werden - ADFC Landsberg am Lech

Mindestabstand beim Überholen - Radfahren in Landsberg soll sicherer werden

Mehr Sicherheit für Radfahrer sollen die neuen Schilder erzeugen, die an den Einfallstraßen in Landsberg angebracht wurden. Ein zu enges Vorbeifahren mit dem Auto an Radfahrern führt immer wieder zu gefährlichen Situationen für Radfahrer

Mindestabstand beim Überholen
Im Bild von links: Moritz Hartmann (zweiter Bürgermeister Stadt Landsberg), Henrik Walter (ehem. Lüßmann, ADFC Kreisverband Landsberg) und Martin Baumeister (Vorsitzender ADFC Kreisverband Landsberg) © Henrik Walter ADFC Landsberg am Lech

Mehr Sicherheit für Radfahrer sollen die neuen Schilder erzeugen.

Ein zu enges Vorbeifahren mit dem Auto an Radfahrern führt immer wieder zu beklemmenden und gefährlichen Situationen für Radfahrer. Nicht selten auch zu Unfällen. Daher haben der ADFC Kreisverband Landsberg und die Stadt Landsberg gemeinsam beschlossen, an den Einfallstraßen Schilder aufzustellen, die Autofahrer an die nicht mehr ganz neue Abstandsregelung erinnern sollen. Denn ein Verstoß gegen die Regelung kann Autofahrer teuer zu stehen kommen. Die Schilder wurden vom städtischen Bauhof an acht Straßen aufgebaut. 

Dies nicht nur, um das Radfahren in Landsberg attraktiver und sicherer zu machen, sondern auch, um Autofahrer vor Bußgeldern zu bewahren. Denn es kann teuer werden, den Abstand nicht einzuhalten. Das Verwarnungsgeld für diesen Verstoß beträgt laut Bußgeldkatalog mindestens 30 Euro. Gefährdet man dabei ein Kind, einen Hilfsbedürftigen oder einen älteren Menschen, können es sogar 80 Euro und ein Punkt in Flensburg sein. Wird der Radfahrer geschädigt, sind 100 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig. 

Die Schilder sollen für mehr Bewusstsein sorgen 

Faktisch bedeutet das Abstandsgebot ein Überholverbot von Radfahrern bei Gegenverkehr oder an Engstellen wie etwa an Querungshilfen oder in der Kurve in der Neuen Bergstraße bergauf. „Ganz viele Autofahrer halten sich daran. Doch einigen ist das faktische Überholverbot an diesen Stellen nicht bewusst. Manche nötigen sich korrekt verhaltende Autofahrer und Radelnde gar per Hupe oder verbal“, erklären die Radverkehrsexperten des ADFC, Martin Baumeister, Bernd Peter und Henrik Walter (ehemals Lüßmann) in einer Pressemitteilung. „Mit den Schildern wollen wir hier mehr Bewusstsein schaffen, Aufklärung leisten und für Akzeptanz der Regelung sorgen“, ergänzt Moritz Hartmann (Grüne), Zweiter Bürgermeister der Stadt Landsberg. 

Das faktische Überholverbot von Radfahrern in der Neuen Bergstraße verdeutliche einmal mehr, dass hier endlich eine sichere und komfortable Radverkehrslösung geschaffen werden müsse. „Auch um den Autoverkehr flüssig zu halten. Denn wir sind alle auch Autofahrer“, betont Martin Baumeister, Vorsitzender des ADFC Kreisverbandes. „Die derzeitige Duldung des Radverkehrs auf dem teilweise nur 80 Zentimeter breiten Gehweg ist keine Lösung.“ 

Was dürfen die Radfahrer? 

Doch was gilt für Radfahrer, wenn etwa der Verkehr stockt oder vor einer roten Ampel eine Kolonne Autos wartet und sie rechts daran vorbeifahren wollen? Ist das weiterhin erlaubt – auch ohne 1,5 Meter Abstand zum Auto? „Ja, das ist es“, sagt Henrik Walter und verweist dabei auf konkrete Paragrafen der Straßenverkehrsordnung. 

Radfahrer dürften demnach auch rechts an wartenden Autos vorbeifahren, wenn ausreichend Raum vorhanden ist (mindestens ein Meter zwischen Auto und Fahrbahnrand). Allerdings gibt es keine Vorschrift, nach der Autofahrer ausreichend Platz lassen müssen. Aus der Vorschrift zum Überholen von langsam fahrenden Fahrzeugschlangen könne man sinngemäß ableiten, dass die rechts überholte Kolonne nicht völlig stillstehen muss. 

Die Schilder sind in Landsberg an folgenden Einfallstraßen angebracht worden: Epfenhauser Straße, Münchner Straße, Ummendorfer Straße, Weilheimer Straße, Schongauer Straße, Augsburgerstraße, Bresslauer Straße und Erpftinger Straße. (lt) 


https://landsberg-am-lech.adfc.de/neuigkeit/so-soll-das-radfahren-in-landsberg-sicherer-werden-2

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) setzt sich mit seinen mehr als 230.000 Mitgliedern mit Nachdruck für die Verkehrswende in Deutschland ein. Wir sind überzeugt davon, dass eine gute, intuitiv nutzbare Infrastruktur, gut ausgearbeitete Radverkehrsnetze und vor allem Platz für Rad fahrende Menschen auch dazu einlädt, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu benutzen. Wir möchten eine sichere und komfortable Infrastruktur für den Radverkehr, damit sich junge und junggebliebene Fahrradfahrende sicher und zügig fortbewegen können.

    Die Förderung des Radverkehrs ist nicht zuletzt auch ein politischer Auftrag, für den sich der ADFC stark macht. Unser Ziel ist es, alle Menschen, gleich welchen Alters und unabhängig von ihren Wohnorten, für das Radfahren und damit für die Mobilität der Zukunft zu gewinnen. Lesen Sie in unserem Grundsatzprogramm mehr über die Ziele und Forderungen des ADFC – und werden Sie Mitglied in der weltweit größten Zweiradgemeinschaft.

    weiterlesen

  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluss auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrenden ein.

    Als ADFC-Mitglied profitieren Sie außerdem von umfangreichen Serviceleistungen: Sie können, egal wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die ADFC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem ADFC-Magazin Radwelt Informationen zu allem, was Sie als Rad fahrenden Menschen politisch, technisch und im Alltag bewegt. Nutzen Sie als ADFC-Mitglied außerdem vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Unternehmen sowie Versicherungen ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied? Hier gelangen Sie zum Anmeldeformular.

    Weiterlesen

    weiterlesen

  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

    weiterlesen

  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

    weiterlesen

  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

    weiterlesen

  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

    weiterlesen

Bleiben Sie in Kontakt